Inzwischen existieren viele Moglichkeiten und Einrichtungen fur Frauen, um Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen

Doch Manner haben ganz ahnliche Work-Life-Bedurfnisse. Das ergab eine Reihe von Untersuchungen des Boston College Center for Work Family. Ein Teil der Manner uberdenkt heutzutage ihre Karriereplane nach der Geburt ihres Kindes und steckt beruflich zuruck, um ein „guter Vater“ zu sein. Guter Vater bedeutet dabei fur die meisten, dem Kind Liebe und emotionale Unterstutzung zu geben, am Leben des Kindes aktiv teilzuhaben und ein Lehrer, Coach und Vorbild zu sein. 99 Prozent der 1000 befragten arbeitenden Vater gaben an, dass die Erwartungen ihrer Chefs nach der Geburt des Kindes genauso hoch oder sogar gestiegen waren. 65 Prozent sind uberzeugt, dass beide Elternteile sich gleichberechtigt um die Kindererziehung kummern sollten, wobei 70 Prozent zugaben, dass es in der Realitat anders aussieht. Dass Manner sich zu gleichen Teilen an der Kindererziehung beteiligen wollen, ist in vielen Bereichen der Gesellschaft noch nicht angekommen und akzeptiert.

Dass Manner gar zuhause bleiben, um der Frau im Top-Job den Rucken zu starken, ist auch keine Seltenheit mehr. Sieben der 18 Frauen, die derzeit Chefin eines Fortune-500-Unternehmens sind, haben oder hatten einen Hausmann. Jeder Vater wachsen immer mehr in die veranderte Rolle vom Versorger zum Fursorger hinein vierte Mann (25,3 Prozent) in Deutschland nimmt inzwischen Elternzeit in Anspruch. Zwar blieben sie in der Regel nur die Mindestzeit von zwei Monaten zuhause, damit sich die Bezugszeit fur das Elterngeld des Paares verlangert. Dennoch zeigt sich, dass auch Vater immer mehr in die veranderte Rolle vom Versorger zum Fursorger hineinwachsen.

Womanomics: Die Wirtschaft wird weiblich

Noch immer sieht sich die Mehrheit der Frauen in Deutschland am liebsten in der Mutterrolle, aber nur 14 Prozent wollen dabei das Heimchen am Herd sein, das fulltime uber Kind und Kegel wacht. 59 Prozent sehen sich als Mutter mit einer Teilzeitbeschaftigung, 18 Prozent gar als voll berufstatige Mutter. Kind UND Karriere ist der gro?te Wunsch der meisten Frauen.19

Die Tatsache, dass immer mehr Frauen weltweit einem Beruf nachgehen, stellt Frauen vor die Frage: Wie vereinbaren sie Beruf und Familie? Waren 1960 noch 90 Prozent der Manner und nur 47 Prozent der Frauen in Deutschland berufstatig, nahern sich die Geschlechter uber die Jahre immer mehr an. 2011 sorgen nur noch 81 Prozent der Manner fur den Unterhalt, aber inzwischen 71 Prozent der Frauen.20 In der EU stieg die Erwerbstatigenquote der Frauen seit 1992 um gut zehn Prozent an und liegt 2011 bei 62,3 Prozent. Spitzenreiter sind hierbei die skandinavischen Lander mit einer Quote uber 75 Prozent.21 Obwohl also in diesen Landern drei von vier Frauen arbeiten, ist die Geburtenrate dort erstaunlich hoch. Provokant formuliert: Weibliche Erwerbsarbeit fordert ganz offensichtlich die Fertilitat! In Island liegt die Geburtenziffer bei 2,2 Kindern pro Frau, in Schweden, Norwegen und Danemark liegt die Durchschnittskinderzahl bei knapp unter 2 (im Vergleich Deutschland: 1,4).22 Der Grund dafur sind die verbesserten Beschaftigungsoptionen fur Mutter mit kleinen Kindern in diesen Landern.

Immer mehr Frauen streben zudem Positionen in den Fuhrungsebenen von Unternehmen an. 30 Prozent der vier Millionen Personen in Fuhrungspositionen der Privatwirtschaft in Deutschland sind weiblich. Das entspricht einem Anstieg von acht Prozent seit 2001. Im offentlichen Dienst liegt der Frauenanteil gar bei 53 Prozent, insgesamt sind 37 Prozent der Fuhrungskrafte in Deutschland weiblich. Weltweit liegt Deutschland laut einer Studie der Unternehmensberatung Booz Company auf http://datingmentor.org/de/cougar-dating-de Platz acht in der Statistik der Lander mit den meisten Frauen im Top-Management. Australien fuhrt das weltweite Ranking an, gefolgt von Schweden, Norwegen und den Niederlanden.

Ausgeglichenes Geschlechterverhaltnis fordert die Wirtschaft

Und doch besteht in Deutschland noch ein gro?er Nachholbedarf in Sachen Gender Mainstreaming in der Wirtschaft. Obwohl der Gender Pay Gap in den letzten Jahren stetig abgenommen hat, sind Frauen bei der Bezahlung noch immer benachteiligt: Die Verdienstlucke bei Fuhrungskraften nahm seit 2001 um neun Prozent ab und liegt jetzt bei 21 Prozent. Der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Mannern auf dem gesamten Arbeitsmarkt liegt bei 23 Prozent. Das Pladoyer fur ein ausgeglichenes Geschlechterverhaltnis hat ganz klare wirtschaftliche Vorteile, wie der Bericht von Booz Das mannlich-industrielle Wachstumsmodell ist an seine Grenzen gelangt Company aufzeigt: Die deutsche Wirtschaftsleistung konnte um vier Prozent steigen, wenn das Verhaltnis zwischen Mannern und Frauen ausgeglichen ware. Provokanter formuliert es Petra Jenner, Geschaftsleiterin von Microsoft in der Schweiz, in ihrem Buch „Mit Verstand und Herz“: „Unsere Wirtschaft wird langfristig ausbrennen und scheitern, wenn sie weiter vorwiegend von Mannern gefuhrt wird!“ Sie fordert eine konstruktive Gruppenintelligenz im Unternehmen, indem eine Balance geschaffen wird zwischen weiblichem und mannlichem Fuhrungsstil.

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